„Wir brauchen sichere und gesteuerte Fluchtwege“

Die Niedersächsische Spitzenkandidatin der GRÜNEN für den Bundestag , Filiz Polat und die Wahlkreiskandidatin Sina Beckmann treffen in Dangast die Initiatoren der Menschenkette „Meer Menschlichkeit“ von 2018.

Am 9. September 2018 fand in Dangast die legendäre Menschenkette „Meer-Menschlichkeit“ mit 2.500 Teilnehmenden statt. Montag trafen die GRÜNEN Bundestagskandidatinnen Filiz Polat und Sina Beckmann einen der Initiatoren der Menschenkette am Dangaster Hafen, um über das aktuelle Fluchtgeschehen zu sprechen. Begleitet wurden die Drei von GRÜNEN aus Wilhelmshaven, Varel, Zetel und Oldenburg.

Neben der anhaltend schlimmen Lage im Mittelmeer, war natürlich auch die aktuelle Situation in Afghanistan ein Thema.

Filiz Polat und Sina Beckmann in Dangast

Filiz Polat, GRÜNE Spitzenkandidatin in Niedersachsen: “Geschlossene Grenzen und gefährliche Fluchtwege haben in der Vergangenheit tausende Menschenleben gefordert. Angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan muss das Bundesinnenministerium aus dem Umgang mit den vergangenen Krisensituationen die richtigen Schlüsse ziehen und jetzt durch ein Bundesaufnahmeprogramm sichere und gesteuerte Fluchtwege für Afghaninnen und Afghanen ermöglichen, die von den Taliban verfolgt und bedroht werden. Es geht um Menschenleben und wir dürfen weder bei der kurzfristigen Rettung von Ortskräften und anderen hochgradig gefährdeten Menschen noch bei den weiteren notwendigen Schritten zum Schutz der Flüchtenden Zeit verlieren.

Sina Beckmann, GRÜNE Bundestagskandidatin für Friesland, Wilhelmshaven und Wittmund ergänzt: “Gerade mit Blick auf die Situation in Afghanistan kommt das Thema Flüchtlinge wieder neu ins Bewusstsein. Obwohl es leider weiterhin Flüchtlingslager in Moria (Griechenland), Lipa (Bosnien) und vielen weiteren Orten gibt. Deshalb ist es so wichtig, dass sich mehr Städte und Kommunen zu sicheren Häfen benennen. Im Landkreis Wittmund ist die Ernennung zum sicheren Hafen vor gut vier Jahren auf die Initiative der Grünen Kreistagsfraktion hin beschlossen worden. Leider haben der Landkreis Friesland und die Stadt Wilhelmshaven es bislang abgelehnt, als Sicherer Hafen der Seebrücke beizutreten. Dabei ist es heute wichtiger denn je Solidarität zu zeigen. Aus meiner Sicht ist auch keine Symbolpolitik, sondern ein Zeichen an die Öffentlichkeit, dass wir Menschen auf der Flucht helfen wollen. Ich unterstütze es sehr, wenn Friesland und Wilhelmshaven die Diskussionen dazu wieder aufnehmen und der Seebrücke beitreten.

Ulf Berner
Ulf Berner (Vorstandssprecher GRÜNE Wilhelmshaven), Meer-Menschlichkeit

Vor der aktuellen katastrophalen Situation in Afghanistan, dürfe das Sterben im Mittelmeer natürlich nicht in den Hintergrund geraten, meint Mitinitiator der Menschenkette „Meer-Menschlichkeit“ und Grüner Ratskandidat in Wilhelmshaven, Ulf Berner. “Vor fast 3 Jahren, am 09. September 2018 stand ich gemeinsam mit Alexander Westerman und Olaf Harjes als Organisatoren der Menschenkette “Meer-Menschlichkeit” an diesem Ort in einer Reihe mit 2.500 Menschen, um gegen das Ertrinken von Flüchtenden im Mittelmeer zu demonstrieren. Und heute? Immer noch ertrinken tausende Menschen auf der Flucht im Mittelmeer. Die Regierungen in Deutschland und der EU setzen auf Abschottungs- und Abschreckungspolitik und kriminalisieren immer noch die zivilen Seenotretter. Dies verstößt eklatant gegen die Menschenrechte. Viele Städte und Kommunen in Deutschland sind zur Aufnahme bereit und werden derzeit durch die Bundespolitik daran gehindert. Die neue Bundesregierung muss unmittelbar nach Aufnahme der Regierungsgeschäfte diese Politik grundlegend änden.”

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