Warum brauchen wir eine Verkehrswende?

Ein Beitrag von Ralf Riesebieter (GRÜNE Wilhelmshaven)
Ralf Riesebieter
Ralf Riesebieter (GRÜNE Wilhelmshaven

Immer wieder wird in Diskussionen rund um das Lieblingsthema des Deutschen, dem Auto, zunehmend aggressiv reagiert. Gerade bei Elektromobilität kochen schnell die Gemüter über: warum denn nun diese Elektroautos kaufen – mein Diesel kommt ja viel weiter und wenn überhaupt dann doch bitte Wasserstoff!
Vergessen wird dabei immer gerne, dass die kommende Verkehrswende kein Selbstzweck ist, sondern seine Ursache natürlich ganz klar beim Klimawandel hat. Dem menschengemachten Klimawandel; dem durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern verursachte CO2 Anstieg in unserer Atmosphäre. Dieser Klimawandel wird von keinem erstzunehmenden Wissenschaftler mehr in Frage gestellt.

Zur Erinnerung: bereits 2015 haben 195 Staaten diesen Pakt unterzeichnet und sich verpflichtet, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad (bestenfalls 1,5 Grad) im Vergleich zu vorindustriellen Werten zu halten.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich im Klimaschutzgesetz Stand Juli 2021 dazu verpflichtet, eine Klimaneutralität spätestens 2045 hergestellt zu haben, sprich: es soll ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgas-Emissionen und deren Abbau herrschen. Aber was bedeutet das?

Im Jahr 2020 hat die BRD insgesamt 739 Millionen Tonnen CO2 emittiert, die sich auf folgende Sektoren verteilten:

CO2-Sektorverteilung_Riesebieter

 

Im Verkehr wurden somit 146 Millionen Tonnen CO2 erzeugt – durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas. Der Verkehrssektor umfasst neben PKW auch die LKW, den innerdeutschen Luftverkehr, die Schifffahrt und die Bahn. Treiber mit über 61% sind aber vor allem die PKWs vor den LKWs (35 %). Rund 3,2 Milliarden Kilometer werden täglich in Deutschland zurückgelegt, davon 2,5 Milliarden mit dem Auto. Und die werden immer mehr: in den vergangenen 10 Jahren hat sich die Gesamtanzahl der Autos in Deutschland von knapp 41 Millionen auf über 47 Millionen erhöht. Diese Zahlen verdeutlichen welchen starken Einfluss das Auto im Verkehrssektor hat und warum es Sinn macht, hier Anstrengungen für einen klimafreundlichen Verkehr zu setzen. Welcher Energieträger diese Mobilität ermöglichen soll (Strom, Wasserstoff, Biokraftstoffe, synthetische Kraftstoffe etc.) soll hier nicht Gegenstand des Artikels sein. Wichtig ist nur festzustellen: ein weiter so mit Öl und Gas kann und wird es in Zukunft nicht mehr geben, da wir mit diesen fossilen Energieträgern das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 nicht erreichen können. Und die verbleibende Zeit bis 2045 lässt keinen Spielraum mehr für Abwarten und Tee trinken.

Aber einfach nur Dieselautos durch Elektroautos zu ersetzen, wird einer Verkehrswende nicht gerecht. Es geht auch nicht darum Mobilität zu begrenzen – diese würde bedeuten die Entwicklung zu begrenzen. Es geht vielmehr darum Mobilität neu zu denken; den Endenergieverbrauch zu verringern, ohne die Mobilität zu beeinträchtigen. Wir müssen dafür sorgen unsere Mobilität nachhaltig und smart zu gestalten und Alternativen zur Nutzung des PKWs anzubieten. Etwa durch die Schiene oder dem Fahrrad und vor allem mit neuen Mobilitätskonzepten. Die Transformation dahin, die Verkehrswende, wird sicherlich nicht einfach sein.

Das Ziel aber ist es wert – und notwendig!

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