Verspäteter Start der Schnellverbindung Wilhelmshaven – Hannover nicht hinnehmbar

Wegen Problemen bei der Ausschreibung will die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), den Start der Schnellverbindung Wilhelmshaven – Hannover auf 2024 verschieben.

Wie die LNVG in einer Presemitteilung erklärt, habe keiner der Zughersteller bislang einen Zug präsentieren können, der den LNVG-Anforderungen an Sitzkomfort, moderner Fahrgastinformation und behindertengerechter Ausstattung entspreche. Nun werde das Beschaffungsverfahren um ein Jahr verlängert, so dass die rund 30 neuen Züge nicht, wie ursprünglich vorgesehen, ab Ende 2023 sondern erst ein Jahr später fahren können. Außerdem sei eine für den Verkehr vorgesehene Zugteilung in Oldenburg mit den bisherigen Zügen technisch nicht umsetzbar.

Hbf Wilhelmshaven
Blick auf den Hauptbahnhof Wilhelmshaven | Foto: Ulf Berner

Dazu Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Niedersächsischen Landtag:

Detlev Schulz-Hendel
Detlev Schulz-Hendel, Verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Nds. Landtag
Wir bedauern die Verschiebung aufgrund mangelnder Angebote für die neuen Züge sehr, zumal die Bahn den Zeitplan für die Elektrifizierung voraussichtlich einhalten kann. Nicht nachvollziehbar ist das Prinzip Hoffnung der mit der Umsetzung beauftragten Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), durch eine zeitliche Verlängerung des Beschaffungsverfahrens zu besseren Ergebnissen zu kommen. Das Verkehrsministerium muss jetzt die Frage beantworten, wie die verlängerte Ausschreibung verändert und angepasst werden soll, damit zügig ein passendes Angebot für die Doppelstockwagen abgegeben werden kann. Es ist andernfalls schon heute davon auszugehen, dass auch in der Verlängerungsphase keine neuen Angebote eingehen werden und die Umsetzung der schnellen und direkten Anbindung von Wilhelmshaven sich weitere Jahre verzögern wird. Das ist angesichts der notwendigen Qualitätsverbesserungen im Regionalbahnverkehr und der Akzeptanz für den Verkehrsträger Bahn nicht hinnehmbar. Wir erwarten vom Verkehrsminister alle Kraftanstrengungen, das Verfahren zu beschleunigen und alternative kurzfristige Übergangslösungen wie etwa einen Einsatzwechsel aus dem Fahrzeugpool der LNVG, eine Erweiterung der Lieferantenbasis im Beschaffungsverfahren oder technische Lösungen zum Entkoppeln der vorhandenen Züge zu prüfen, um die Anbindung zum vorgesehen Termin Ende 2023 umsetzen zu können.

Die GRÜNE Landtagsfraktion hat diesbezüglich auch eine Anfrage an die Landesregierung gestellt:

Kleine Anfrage (18/5305) zur kurzfristigen schriftlichen Beantwortung gemäß § 46 Abs. 2 GO LT

 

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