Grüne sprechen sich gegen LNG Terminal aus

Nach dem Willen führender Wilhelmshavener, regionaler und Landespolitiker*innen, der Hafenwirtschaftsvereinigung, sowie von Arbeitgeberverband und IHK, soll Wilhelmshaven als „Energiedrehscheibe“ durch die Ansiedlung eines LNG-Terminals zur Anlandung und Verteilung von Flüssigerdgas weiter ausgebaut werden. Hauptsächlich soll hier amerikanisches Erdgas angelandet werden, dass durch das hoch umstrittene und umweltgefährdende ‘Fracking’ gewonnen wird.

Sinnbild veralteter energiepolitik. Kohlekraftwerk mit Pier in Wilhelmshaven | Foto: Ulf Berner
Sinnbild veralteter Energiepolitik. Kohlekraftwerk mit Pier in Wilhelmshaven | Foto: Ulf Berner

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies begrüsst den Bau der sogenannten ‘LNG-Terminals’ als “Brückentechnologie” zum erreichen der Klimaziele. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Lies sich immer noch eher als Wirtschaftsminister versteht, denn als Umwelt- und Klimaschützer.

LNG hat keine Zukunft“, so Hans-Joachim Janßen, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Niedersachsen. Janßen: “CDU und SPD setzen auf das falsche Pferd. Es ist nicht sinnvoll, eine völlig neue Infrastruktur für fossile Energieträger aufzubauen.

Ulf Berner, Vorstandssprecher der Grünen Wilhelmshaven: „Diese Art von ‚Klimaschutz‘ lehnen wir entschieden ab. Die GRÜNEN in Wilhelmshaven sind sich einig, dass der Einstieg in die fossile LNG-Technologie in eine Sackgasse führt und unter dem Deckmantel der Versorgungssicherheit unsere Zukunft verspielt wird.“

Stattdessen sind Zukunftsinvestitionen gefragt, wie es auch der Landesvorstand der GRÜNEN in Niedersachsen betont: „Deutschland und Niedersachsen brauchen eine Forschungs- und Förderungsinitiative ‚Stromspeicher‘, damit endlich örtliche Überkapazitäten erneuerbarer Energien gespeichert und bei Lastspitzen eingespeist werden können.“

Die GRÜNEN lehnen die LNG-Technologie keineswegs kategorisch ab. Die Erzeugung von Methangas oder Wasserstoff, mittels regenerativer Energien (EE-Gas, power-to-gas) sind durchaus förderungswürdig. Ulf Berner: „Die Technologie kann sich marktgerecht entwickeln. Dazu zu braucht es den staatlichen Willen und ein wenig Zeit zum Aufbau der Infrastruktur.

Das Argument, in Wilhelmshaven durch die Ansiedlung eines LNG-Terminals signifikant Arbeitsplätze zu schaffen, hält Alexander von Fintel, Vorstandsmitglied der Grünen Wilhelmshaven, für ein falsches Lockversprechen.

Solche Terminals sind hoch automatisiert. Eine Zahl der zu erwartenden Arbeitsplätze wurde bislang nicht genannt, es dürften aber selbst bei einem Terminal an Land nur 50 bis 60 Jobs entstehen – bei einem FRSU noch weniger. Wenn ein Mittelständler 60 Arbeitsplätze schafft, interessiert es in Hannover oder Berlin dagegen niemanden.

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