GRÜNE kritisieren die zurückgenommene Erhöhung der Theaterfinanzierung scharf

Eva Viehoff, Sprecherin für Kultur in der GRÜNEN Landtagsfraktion zur Vorstellung des Kulturhaushalts durch Kulturminister Thümler

Kulturminister Thümler hat heute seinen Haushalt dem Ausschuss des Landtags vorgestellt. Dazu sagt Eva Viehoff, kulturpolitische Sprecherin:

Eva Viehoff
Eva Viehoff (MdL)

Die Kulturförderung in Niedersachsen ist in Bedrängnis. Gemeinsam mit den Verbänden kritisieren wir den Haushaltsentwurf der Landesregierung. Im Koalitionsvertrag vereinbarten SPD und CDU vor rund einem Jahr noch, das Investitionsprogramm für kleine und mittlere Kultureinrichtungen und Museen zu erhöhen. In der aktuellen Version des Haushaltsentwurfes findet sich dieses Vorhaben hingegen nicht wieder – im Gegenteil: Die bisherigen Sonderprogramme für ‚Kulturelle Integration‘ und ‚Investitionen für kleine und mittlere Kultureinrichtungen‘ des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sind ersatzlos gestrichen worden. Wir kritisieren scharf, dass hier der Minister seinen Ankündigungen keine Taten folgen lässt. Jetzt liegt es an den Fraktionen von SPD und CDU die Untätigkeit des Ministers auszugleichen und ihren Koalitionsvertrag umzusetzen.

Zum Hintergrund

Zu Recht kritisierte der Landesverband der freien Theater in Niedersachsen bereits vor einigen Wochen die geplanten Kürzungen im Kulturetat. Auch Ensemblemitglieder und Mitarbeiter des Deutschen Theaters Göttingen haben das Aktionsbündnis #rettedeintheater ins Leben gerufen, um auf die prekäre Situation im Kulturland Niedersachsen aufmerksam zu machen. Die Entwicklung in einigen europäischen Ländern zeigt, was passiert, wenn Theater ihrer Aufgabe als Orte der kritischen Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft nicht mehr nachkommen können. Aber auch in Deutschland gibt es mit der AfD bereits eine Partei, welche diese Funktion beschneiden will. Im Wahlkampfprogramm zur Landtagswahl machte die AfD deutlich, dass sie keine diskursive Auseinandersetzung im Kulturbereich möchte, sondern eine diskussionsfreie und unkritische Wiedergabe nationaler Geschichtsbilder vorzieht.

Andere Bundesländer wie Hamburg, NRW, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben die Wichtigkeit von Theater in der Fläche erkannt und die Finanzmittel in Anerkennung der existentiellen Notwendigkeit substantiell erhöht. Im Bund scheint die Große Koalition das Thema ebenso als wichtiger einzustufen als die Parteikollegen in Niedersachsen. Das Förderinstrument des Bundes für die Freien Darstellenden Künste, der Fonds Darstellende Künste, wird zum kommenden Jahr finanziell fast verdoppelt. Eine solche Würdigung und Wertschätzung der kleineren Bühnen fernab der Metropolen wünschen sich Opposition und Theaterschaffende auch in Niedersachsen.

Statement der Landesbühne Niedersachsen Nord

#rettedeintheaterWie es ab Januar 2019 weitergeht, steht in den Sternen. Ein Vorgang, der die Planungssicherheit für das, was Sie auf der Bühne sehen können, stark gefährdet. Ein Vorgang, der uns sprachlos macht.” Die Landesbühne ruft alle Bürger*innen auf, die online-Petition #rettedeintheater zu unterschreiben (Fristende 24.10.2018). Zur Kundgebung und Petitionsübergabe am 24.10. um 11.30 Uhr in Hannover lädt die Landesbühne ein, die Kundgebung in Hannover persönlich zu unterstützen. Zu dem Thema hat die Landesbühne auch eine eigene Webseite geschaltet.

Der Kreisvorstand Wilhelmshaven unterstützt die Petition

Eine unabhängige, vielfältige und von Existenzsorgen freie Kulturlandschaft ist unabdingbar für die Auseinandersetzung mit den vielfältigen sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen und Wandlungen. Gerade in der Fläche, wie der Ostfriesischen Halbinsel, leistet die Landesbühne einen wertvollen unersetzlichen Beitrag zur Kulturlandschaft und zum gesellschaftlichen Diskurs.

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