Maschinentelegraf

Meyer-Werft muss Problem grundlegend anpacken

Janssen-Kucz: “Nicht der Arbeitnehmer muss sich gläsern machen, sondern die Meyer-Werft mit ihren Subunternehmern.”

Die Grüne regionale Abgeordnete und Vizepräsidentin des Niedersächsichen Landtages, Meta Janssen-Kucz, fordert die Meyer-Werft auf, die Augen nicht länger vor den strukturellen Problemen von Werksvertragsarbeit zu verschließen.

Meta Janssen-Kucz
Meta Janssen-Kucz | Foto: Ulf Berner

Janssen-Kucz: “Die Meyer-Werft kann nicht behaupten, dass sie von den menschenunwürdigen Bedingungen für die Arbeiter des Subunternehmens erst durch den Spiegel-Artikel erfahren habe. Meines Wissens hatte die Beratungsstelle für mobile Beschäftigte Kenntnis und auch der Zoll soll schon länger ermitteln.

Meta Janssen-Kucz hält kurzsichtige Vorschläge nicht für sinnvoll: “Wichtig ist es jetzt, nicht über Handscanner nach zu denken, die den Zugang und die Arbeitszeiten von Arbeitnehmern dokumentieren und einen gläsernen Arbeiter schaffen, sondern das System der Werkvertragsarbeiter und die Zusammenarbeit mit Sub-Subunternehmen, also der Unter-Unter-Vergabe, kritisch zu hinterfragen. Die Meyer-Werft muss das Problem grundlegend anpacken, die Wieder-Einsetzung einer Task-Force könnte sinnvoll sein.

Janssen-Kucz: “Nicht der Arbeitnehmer muss sich gläsern machen, sondern die Meyer-Werft mit ihren Subunternehmern. Denn solange das Gesetz “Werksvertragsarbeit” zulässt, sind Betrug auf dem Rücken der Arbeiter weiterhin Tür und Tor geöffnet, egal in welcher Branche.

Die Grünen-Abgeordnete fordert die Große Koalition auf, das Gesetzeswerk zur Werksvertragsarbeit anzupacken und damit endlich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmer zu sorgen, ganz gleich, ob sie in der Fleisch-, Metall- oder Werftindustrie tätig sind.

Hits: 125

Kommentar verfassen