Neues Gymnasium

Fünf-Punkte-Plan für bessere Bildung

GRÜNE legen Programm für gute Schulen vor

 

Anja Piel
Anja Piel (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN)

Am heutigen Donnerstag (28. September 2017) haben die grüne Spitzenkandidatin Anja Piel und Gabriele Heinen-Kljajić einen Fünf-Punkte-Plan für bessere Bildung in Niedersachsen vorgestellt. Er sieht unter anderem Reformen für eine bessere Betreuung und Förderung sowie eine deutliche Aufstockung von Lehramtsstudienplätzen vor.

Wir sind der Gegenentwurf zum schwarz-gelben Rollback in Sachen Ganztagsschulen light, Benachteiligung von Gesamtschulen und dem Moratorium bei der Inklusion. Mit uns gibt es keinen Rückschritt, sondern ein Fortschreiben von bildungspolitischen Erfolgen und die Weiterentwicklung der Inklusion. Ein Menschenrecht verträgt keine Pause und Eltern müssen sich auf einen Ganztag mit Qualität verlassen können“, so die grüne Spitzenkandidatin Anja Piel.

Gabriele Heinen-Kljajić führt aus: „Mit unserem Fünf-Punkte-Plan für bessere Bildung in Niedersachsen setzen wir uns für einen Ausbau der Lehramtsstudien-plätze und für eine bessere Anerkennung von im Ausland erworbenen pädagogischen Qualifikationen ein. Wesentlicher Bestandteil zukünftiger Reformen ist für uns der Leitsatz, dass gute Schule vor Ort gemacht wird: “Wir wollen den Schulen mehr Gestaltungsspielräume geben, um neue Konzepte umzusetzen und mit außerschulischen Partnern zusammenzuarbeiten.“

 

Der GRÜNE Fünf-Punkte-Plan für bessere Bildung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich für gute Bildung ein. Gerechte Bildungschancen in allen Bereichen – von der Kita über Schule, Ausbildung und Studium bis hin zu Angeboten für Erwachsene – dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern oder der Herkunft abhängen. Deshalb brauchen wir ein durchlässiges und transparentes Bildungssystem, das gut ausgebildetes Fachpersonal vorhält. Unser Ziel ist eine bestmögliche Betreuung und Förderung in gut ausgestatteten Kindergärten und Schulen mit einer guten Unterrichtsversorgung. Wir stehen zur inklusiven Schule, die alle Menschen mitnimmt und individuell fördert. Damit das gelingt, wollen wir im engen Austausch mit Schulen, Eltern und Verbänden die eingeleiteten Reformen weiterentwickeln. Lehrerarbeit verdient Anerkennung und benötigt Entlastung. Und wenn der Arbeitsplatz dadurch wieder attraktiver wird, wirkt das genauso dem Lehrermangel entgegen wie die Aufstockung dringend benötigter Lehramtsstudienplätze. Statt eines schwarz-gelben Rollbacks in Sachen Inklusion, Gesamtschulen oder dem Ganztag, stehen wir für eine moderne Bildungspolitik. Dabei ist unser Leitziel, dass gute Schule vor Ort gemacht wird und entsprechende Gestaltungsspielräume benötigt.

Mit unserem GRÜNEN Fünf-Punkte-Plan schnüren wir ein Programm, das an Erfolge anknüpft und auf Bedarfe reagiert:

1. Gute und verlässliche Betreuung

Gute und verlässliche Kinderbetreuung braucht Qualität. Deshalb investieren wir in eine bessere Betreuung in den Kitas, in einen gut ausgestatteten Ganztag mit attraktiven Angeboten, in dem Schüler*innen gefördert und nicht verwahrt werden, und in unser Landesprogramm für gutes Schulessen. Daher hat für uns auch zukünftig die weitere Verbesserung der Betreuung und der Angebote absolute Priorität.

2. Inklusion weiterentwickeln

Ein Menschenrecht verträgt keine Pause. Wir wollen die Inklusion weiterentwickeln, anstatt Herausforderungen mit einem „Moratorium“ zu Lasten der Betroffenen auszusitzen. Darüber hinaus braucht es einen Schulkonsens, der den Schulen Zeit gibt, die Entwicklungen rund um Inklusion zu gestalten und Reformen wirken zu lassen. Wir setzen uns für funktionierende Lösungen statt ideologischer Strukturdebatten ein. Dabei gilt es, die regionalspezifischen Besonderheiten zu beachten und im Sinne einer Inklusion der unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf die Situation vor Ort einzugehen. Mit 1.000 zusätzlichen pädagogischen Fachkräften entlasten wir die Lehrer*innen. Multiprofessionelle Teams geben mehr Raum für individuelle Förderung der Schüler*innen, damit alle Kinder, gleich welcher Herkunft, auch gleiche Chancen haben.

3. Lehrerarbeit anerkennen

Alle Lehrer*innen– unabhängig von der Schulform – sollen für ihre wichtige Arbeit gut bezahlt werden. Deshalb setzen wir uns auch bei Lehrkräften an Grundschulen für eine Besoldung nach A13 ein. Gleichzeitig braucht es mehr Maßnahmen zur Entlastung wie die Anpassung der Altersermäßigung.

4. Mehr Personal für die Schulen

Die bundesweite Herausforderung des Lehrermangels macht auch vor Niedersachsen nicht halt. In Niedersachsen haben wir in Regierungsverantwortung bereits die Zahl der Lehramtsstudienplätze für Sonderpädagogik verdoppelt. Zukünftig wollen wir die Studienplätze und die Kapazitäten des Vorbereitungsdienstes nach einer umfassenden Bedarfserhebung weiter ausbauen. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass im Ausland erworbene pädagogische Qualifikationen einfacher anerkannt werden.

5. Gute Schule wird vor Ort gemacht

Schulen brauchen mehr eigene Gestaltungsmöglichkeiten, um besser zu werden. Gemäß unseres Leitsatzes „Gute Schule wird vor Ort gemacht“ werden wir dafür sorgen, dass Schulen beispielsweise mehr Spielräume für Kooperationen mit außerschulischen Partnern und die Umsetzung eigener Konzepte und Ideen erhalten.

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